„Modell Genossenschaftsbank“ attraktiv wie nie zuvor

03.01.2012

Volksbankengruppe im Kreis Gütersloh freut sich über 4.673 neue Mitglieder


Kreis Gütersloh (eph). Mit Schwung die 100.000-Mitglieder-Hürde übersprungen, 760 neue Kunden gewonnen, das beste Kreditgeschäft der vergangenen zehn Jahre erzielt und privaten und gewerblichen Kunden mehr denn je als verlässlicher Verwalter von Ersparnissen gedient – die aus acht Instituten bestehende Gruppe der Genossenschaftsbanken im Kreis Gütersloh hat allen Grund, mit Verlauf und Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres zufrieden zu sein. Beim traditionellen Bilanzpressegespräch am letzten Arbeitstag des Jahres gab Bankensprecher Andreas Heinze (Rietberg) denn auch unumwunden zu: „2011 war für die sieben Volksbanken und die Spar- und Darlehnkasse Schloß Holte-Stukenbrock ein gutes Jahr. Wir gehen mit viel Rückenwind in das von den Vereinten Nationen ausgerufene ‚Internationale Jahr der Genossenschaften’.“

Wer sich eine größere Summe Geld leiht, um damit ein Projekt zu verwirklichen, der gilt gemeinhin als optimistischer Mensch. Wenn das so ist, dann hat die Zahl der Optimisten im Kreis Gütersloh im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Der Grund: Nie zuvor haben die heimischen Kreditgenossenschaften ihren Mitgliedern und Kunden soviel Finanzierungsmittel zur Verfügung gestellt wie in den vergangenen zwölf Monaten. Insgesamt 2,2 Milliarden Euro hatten die Banken privaten und gewerblichen Investoren anvertraut. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von 6,5 Prozent. Dies ist die höchste Steigerungsrate der vergangenen zehn Jahre.

•    Mittelstand im Kreis Gütersloh gut aufgestellt

Für Sprecher Andreas Heinze ist der deutliche Zuwachs bei den Ausleihungen auch Spiegelbild der regionalen Wirtschaftsstruktur und –konjunktur. Der Volksbanker: „Der Mittelstand im Kreis ist gut aufgestellt. Er besteht durchweg aus Inhaber geführten Unternehmen und zeichnet sich durch einen gesunden Branchenmix aus.“

Die acht Genossenschaftsbanken im Kreis wollen für ihre mittelständische Kundschaft auch in Zukunft ein verlässlicher Finanzpartner sein. Zwar plant der Gesetzgeber – Stichwort Basel III – die Richtlinien für die Kreditvergabe weiter einzuschränken. Heimische Firmen hätten deswegen aber nichts zu befürchten. Andreas Heinze: „Die für 2019 angekündigten Anforderungen nach Basel III sind für die Kreditgenossenschaften im Kreis eine leicht zu nehmende Hürde.“ Im Übrigen, so Heinze, hätte auch die Ratingagentur Standard & Poors der Volksbankengruppe soeben die beste Bonität aller nicht-öffentlichen Banken bescheinigt.

•    2,69 Milliarden an Ersparnissen anvertraut

Dass die Volksbanken in den Augen der überaus kritischen Ratingagentur vergleichsweise gut dastehen, liegt nicht zuletzt an ihrem hohen Bestand an Kundeneinlagen. Auch die acht Institute im Kreis Gütersloh verfügen über eine komfortable Refinanzierungsbasis. Aktuell haben die Mitglieder und Kunden den Volksbanken rund 2,69 Milliarden Euro an Ersparnissen anvertraut. Das sind 88 Millionen Euro oder 3,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Das Plus bei den Kundeneinlagen hat auch die addierte Bilanzsumme der Gruppe weiter ansteigen lassen. Zum Jahresende erreicht sie einen Stand von 3,69 Milliarden Euro (plus 2,7 Prozent).

Der Blick auf das Dienstleistungsgeschäft der Gruppe zeigt eine insgesamt positive Tendenz: Bei der Vermittlung von Bausparverträgen, Versicherungen und Immobilien erzielten die Institute zum Teil erfreuliche Zuwachsraten. Reduziert haben sich dagegen die Vermögenswerte, die die Banken für ihre Kunden auf dem Wertpapiermarkt verwalten. Umschichtungen in sichere Bankeinlagen und der Einbruch an den Börsen führten zu einem Rückgang auf 886 Millionen Euro (Vorjahr: 945 Millionen Euro). Interessant: Im selben Zeitraum stieg die Anzahl der Anlagekonten und Depots um 155 auf 46.937.


•    Zahl der Bankteilhaber steigt auf 101.260

Mächtig aufwärts ging es in 2011 mit den Mitgliederzahlen. Andreas Heinze: „Das Modell ‚Genossenschaftsbank’ ist so attraktiv wie nie zuvor. Immer mehr Menschen finden den Weg zu uns.“ Allein in den vergangenen zwölf Monaten haben 4.673 Männer, Frauen und Kinder – eine neue Rekordzahl – erstmals Anteile an einer der acht Kreditgenossenschaften gezeichnet. Mit der im Mai geborenen Anna Echterhoff aus Verl begrüßte die Gruppe in diesem Jahr ihr 100.000. Mitglied. Aktuell liegt die Zahl der genossenschaftlichen Bankteilhaber im Kreis Gütersloh bei 101.260.

Etwa doppelt so viele Menschen zählen die Spadaka und die sieben Volksbanken zu ihren Kunden. Zum Stichtag lag die Zahl bei 198.516 (plus 760 gegenüber dem Vorjahr). Ihnen allen bieten die acht Kreditgenossenschaften ein breites Dienstleistungsangebot, das sich über alle Finanzbereiche erstreckt. Dazu beschäftigen die Banken aktuell 846 Mitarbeiter (Vorjahr: 845), darunter 74 (73) Auszubildende. Außerdem unterhalten die Institute ein nach wie vor dichtes Netz mit 58 (Vorjahr: 57) Stützpunkten zwischen Werther und Langenberg, Versmold und Schloß Holte-Stukenbrock. Die Zahl der darin enthaltenen SB-Filialen stieg von sechs auf neun.

Für das kommende Wirtschaftsjahr zeigen sich die Kreditgenossenschaften insgesamt zuversichtlich. Sprecher Andreas Heinze: „Es bleiben Unsicherheiten aufgrund der wirtschaftlichen Großwetterlage und der hohen Staatsschulden. Alles in allem haben wir im Kreis Gütersloh aber allen Grund dazu, optimistisch nach vorn zu blicken.“

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