„Journalistenpreis der Genossenschaftsbanken“

27.04.2010

Preisverleihung zum sechsten Journalistenpreis der Volksbanken, Raiffeisenbanken, Spar- und Darlehnskassen in Rheinland und Westfalen in Düsseldorf/WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach zu Gast.

Düsseldorf. Zum sechsten Mal ist in Düsseldorf der Journalistenpreis der Volksbanken, Raiffeisenbanken und Spar- und Darlehnskassen in Rheinland und Westfalen verliehen worden. Vor 200 Gästen in Roncalli’s Apollo-Varieté nahmen die Preisträger ihre Auszeichnungen entgegen. Aus über 100 Beiträgen hatte die mit Journalisten hochkarätig besetzte Fachjury sieben preiswürdige Werke zum Thema „Wirtschaft vor Ort“ ausgewählt. Die Laudatio auf die Sieger hielt der ehemalige Bundesminister und heutige Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe Bodo Hombach. Unter der Überschrift „Die Printmedien überleben ihre Beerdigungszeremonien“ stellte er zehn Thesen zur Diskussion (siehe Anlage). Auch Michael Mertes, NRW-Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien gehörte zu den ersten Gratulanten.

Die Preisträger der sechsten Auflage des mit 15.000 Euro dotierten Journalistenpreises der Genossenschaftsbanken in Rheinland und Westfalen kommen aus Print, Funk und Fernsehen. Die Jury, der unter anderen Helmut Dahlmann, NRW-Landesvorsitzender des Deutschen Journalistenverbandes, Jürgen Dörmann, Journalisten-Zentrum „Haus Busch“, Harald Heuer, stellvertretender Leiter der Journalis-tenschule Ruhr, WISO-Redakteur Wolfgang Jüngst (ZDF), Wolfgang Kleideiter, stellvertretender Chefredakteur der Westfälischen Nachrichten, Jens Reddeker, Redakteur der Neuen Westfälischen, die Kommunikationswissenschaftlerin Professor Dr. Ulrike Röttger, die Chefredakteurin von Radio Köln, Claudia Schall, der Leiter der Wirtschaftsredaktion des General-Anzeigers, Dr. Julian Stech, Handelsblatt-Redakteur Georg Weishaupt, sowie Ulli Tückmantel, Ressortleiter der Rheinischen Post, angehören, hatte in einer gemeinsamen Sitzung folgende Siegerbeiträge ermittelt:

• Monika Dütmeyer, Magazin Ostwestfälische Wirtschaft
• Dr. Nina Grunsky, Ulrich Friske, Joachim Karpa,
Gerd Lorenzen, Westfalenpost
• Bettina Laerbusch, Westfälische Nachrichten
• Dr. Jan Lublinski, Deutschlandfunk
• Kerstin Neuser, Monika Röttger,
Remscheider General-Anzeiger
• Tanja Reinhard, WDR-Fernsehen
• Dietmar Telser, Rhein-Zeitung
• Martin Wittmann, Rheinischer Merkur


Die Siegerbeiträge im Einzelnen:

Monika Dütmeyer
„Mehr als die Summe der einzelnen Teile“/ „Comeback der Logisitik“
Ostwestfälische Wirtschaft
Jury: „Der Autorin ist es gelungen, (wissenschaftlichen) Hintergrund und Reportageelemente zu einem guten Ganzen zu vereinen. Ihre journalistische Arbeit besticht vor allem durch ein hohes Maß an eigenständiger und sorgfältiger Recherche, einem hohem Nutzwert für die Leser sowie durch eine verständliche Schreibe. Ein ganz hervorragender Beitrag.“

Dr. Nina Grunsky, Ulrich Friske, Joachim Karpa, Gerd Lorenzen
Serie „Handwerksgeschichten“
Westfalenpost
Jury: „Die Serie ist flott geschrieben und informiert auf unterhaltsame Art über Handwerksberufe und Menschen, die sie ausüben. Preiswürdig wird die Serie durch die herausragende Bebilderung und das sehr gute Layout. Neben dem Text erzählen jeweils bis zu neun Fotos die Geschichte sozusagen noch einmal. Ungewöhnliche Perspektiven und Detailaufnahmen begeistern. Die Handwerksgeschichten der Westfalenpost sind demnach auch optisch ein Genuss. Handwerklich perfekt. Das Urteil der Jury ist daher eindeutig: sehr gute Verständlichkeit, sehr originelle Darstellung, hoher Nutzwert!“

Bettina Laerbusch
„Der Chef macht Schule“/ „Klaro family“
Westfälische Nachrichten
Jury: „Ein schöner Beitrag, der sich traut, einen gleichermaßen unterhaltsamen wie anregenden Blick auf die „Basis“ unserer Gesellschaft zu werfen. Bettina Laerbusch ist es gelungen, eine einfache und Erfolg versprechende Idee sprachlich ansprechend und inhaltlich nutzwertig aufzubereiten. Ein lesenswerter Beitrag! Unterhaltsam, informativ – Bettina Laerbusch macht Mut.“


Dr. Jan Lublinski
„Grenzen der Gier – Die neue Transparenz im Rohstoffhandel“
Deutschlandfunk
Jury: „Dr. Jan Lublinski ist ein sehr informativer und aufklärender Hörfunk-Beitrag über ein Thema gelungen, von dem die Öffentlichkeit bisher wenig Notiz nimmt: die Hintergründe des Coltan-Handels im Zusammenhang mit dem Krieg im Kongo. Dr. Lublinski belässt es aber nicht dabei, sondern beschreibt auch ausführlich, wie ein erstes Umdenken bei den Coltan-Abnehmern einsetzt und Fortschritte in der Forschung es möglich machen, „Blut-Coltan“ zu identifizieren. Bürgerrechtler, Mettalurgie-Experten, Firmensprecher, Rohstoffmanager und Geologen kommen unter anderen zu Wort. Dr. Lublinski spannt den Bogen bis nach Deutschland – dadurch bekommt das Thema eine noch höhere Aufmerksamkeit. Die Jury ist sich einig: Der Autor hat ein Nischenthema umfassend recherchiert und ausdrucksstark aufbereitet.“

Kerstin Neuser und Monika Röttger
Sonderveröffentlichung „Bergische Wirtschaft“
Remscheider General-Anzeiger
Jury: „Die von Kerstin Neuser und Monika Röttger redaktionell be-treute Sonderveröffentlichung „Bergische Wirschaft“ beeindruckt durch Qualität und Umfang gleichermaßen. Die beiden Autorinnen geben unter der Überschrift „Perspektive Zukunft: Innovationen und Konzepte gegen die Krise“ dem Leser im Bergischen einen umfassenden und ausgewogenen Einblick in die Chancen und Perspektiven für eine starke Wirtschaft vor Ort. Der ernsthafte journalistische Ansatz macht aus der Beilage weit mehr als von einem Werbemedium zu erwarten ist. Den Autorinnen gelingt es so, ihrem anspruchsvollen Vorsatz gerecht zu werden: Sie schärfen den Blick für die positiven Nachrichten aus der Region.“

Tanja Reinhard
„Wir sind alle unter Schock…“
WDR-Fernsehen
Jury: „Tanja Reinhard ist eine herausragende Reportage gelungen! Ihr Beitrag ist zugleich voller Emotion und voller Sachlichkeit, er ist aufwändig recherchiert und weiß durch seine professionelle Machart den Zuschauer in den Bann zu ziehen. Tanja Reinhard hat mit ihrem Beitrag der allgemeinen Wirtschaftskrise ein ganz konkretes Gesicht gegeben. Das hat überzeugt!“


Dietmar Telser
„Die Milch macht’s nicht mehr“
Rhein-Zeitung
Jury: „Dietmar Telser schildert in einer lebendigen, sehr bildhaften Sprache am Beispiel der Familie Augst, welchen Überlebenskampf ein bäuerlicher Milchwirtschaftsbetrieb zwischen Subventionstopf und Absatzmarkt austragen muss. Telser ist nah an den Menschen, mischt in seinem umfangreichen Bericht auf eine gelungene Art Fakten, Gefühle und Stimmungen. Damit ermöglicht er dem Leser, tief in die Lebenswirklichkeit eines Familienbetriebes einzutauchen. Die Jury ist sich einig: Der Beitrag ist solide und zielführend recherchiert, sprachlich gut, Zitate sind so eingesetzt, dass sie sowohl Emotionen transportieren, Betroffenheit auslösen, aber auch die Geschichte weiterbringen. Die Geschichte zeigt, dass sich hier ein Lokalredakteur offensichtlich viel Zeit nimmt und lesbar Spaß am Schreiben hat.“

Martin Wittmann
„Die Krise hat Gesichter“
Rheinischer Merkur
Jury: „Martin Wittmann besticht durch einen hervorragenden Schreibstil sowie durch eine Dramaturgie, die betroffen macht. Der ausgezeichnete Beitrag ist eine spannend erzählte Geschichte, die es dem Leser möglich macht, Personen und Situationen zu erfühlen. Zugleich bindet er Fakten sinnvoll ein, ohne dass der Lesefluss gestört wird. Wittmann ist damit die bestmögliche Kombination aus Wissensvermittlung und Unterhaltung gelungen. Deutlicher und nachvollziehbarer kann man die Auswirkungen von Wirtschaft vor Ort kaum darstellen.“

Die Pressemitteilung als PDF.

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