Zum Abschied Gold für Josef Schemmer

13.07.2010

Volksbank Lembeck-Rhade arbeitet erfolgreich. Das wurde auf der letzten Generalversammlung einmal mehr deutlich.

Dorsten. Die Volksbank Lembeck-Rhade trotzt mit guter Arbeit und guten Zahlen der Wirtschaftskrise. Das wurde am Montag auf der Generalversammlung im Gasthaus Pierick in Rhade deutlich. Ein Grund für die erfolgreiche Arbeit: Das Genossenschaftsinstitut setzt auf Kontinuität und langfristige Partnerschaft. Ein deutliches Zeichen dafür: Bankdirektor Josef Schemmer wurde nach 46 Jahren im Dienst der Kreditgenossenschaft von den mehr als 150 anwesenden Mitgliedern mit viel Beifall in den Ruhestand verabschiedet. Michael Paatz vom Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband ehrte ihn für sein langjähriges Engagement mit der Ehrennadel in Gold des RWGV. Neu im Vorstand ist Hubertus Rekers, ebenfalls ein Mann aus den eigenen Reihen.
Vor der Verabschiedung und Ehrung von Josef Schemmer hatte Vorstandsmitglied Reinhold Fitting die 2009er-Zahlen vorgetragen. Die Entwicklung der Volksbank, die seit 115 Jahren für die Men-schen in den Stadtteilen Lembeck und Rhade arbeitet, sei erneut „sehr positiv verlaufen, unsere Marktposition in Lembeck und Rhade konnten wir weiter ausbauen“, so Fitting. Demnach stieg die Bilanzsumme um 10,2 Prozent auf 137,1 Millionen Euro.
Das Kreditgeschäft wuchs im Jahr 2009 um 4,2 Prozent auf 91,2 Millionen Euro. „Der Schwerpunkt dieses Anstiegs lag überwiegend in der Nachfrage nach langfristigen Krediten“, machte der Vorstanddeutlich. Nachgefragt wurden vor allem Finanzierungen im Bereich der erneuerbaren Energien sowie im landwirtschaftlichen Bereich. Privatkunden haben sich aufgrund der Wirtschaftslage mit Investitionen zurück gehalten. „Die Entwicklung zeigt aber auch, dass von einer Kreditklemme in unserem Geschäftsgebiet nicht gesprochen werden kann“, sagte Fitting: „Alle vertretbaren Kreditwünsche konnten auch in 2009 erfüllt werden.“
Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 7,9 Prozent auf 99 Millionen Euro. Bei den Kundengeldern wurden erneut kurzfristige Anlagen in Form von Tagesgeldern und Termineinlagen bevorzugt. Die Spareinlagen stiegen um 3,3 Prozent auf 42,2 Millionen Euro. „Mit 72,2 % Anteil an der Bilanzsumme bilden die Kundeneinlagen weiterhin das Fundament unserer Finanzierungsmittel“, machte der Vorstand deutlich.
Der Zinsüberschuss stieg um 18 Prozent auf 3,6 Millionen Euro. Neben der günstigen Zinsstrukturkurve führte die deutliche Steige-rung der Kundeneinlagen und des Kreditgeschäftes zu diesem „erfreulichen Ergebnis“, wie Fitting es nannte. Der Provisionsüber-schuss wuchs um 4,2 Prozent auf 900.000 Euro.
Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um  acht Prozent auf 900.000 Euro. „Diese Steigerung ist hauptsächlich zurück zu führen auf erhöhte Kosten im Bereich der Datenverarbeitung und der Instandhaltung“, sagte der Vorstand. Der Personalaufwand legte wegen Tariferhöhungen und Mitarbeiterzuwachs um fünf Prozent auf 1,7 Millionen Euro zu. Aktuell arbeiten 30 Frauen und Männer in den beiden Geschäftsstellen der Volksbank Lembeck-Rhade, darunter drei Auszubildende und sieben Teilzeitkräfte.
Insgesamt hat sich der Jahresüberschuss vor Steuern gegenüber dem Vorjahr deutlich von einer auf 1,5 Millionen Euro erhöht. Das ermöglicht auch für 2009 die Auszahlung einer Dividende von 6,5 Prozent an die 3.226 Mitglieder und die Stärkung des Eigenkapitals um 405.000 Euro.
„Im Mittelpunkt unserer Geschäftspolitik stehen unsere Mitglieder und Kunden“, sagte Fitting abschließend: „Sie sind unsere Partner! Nur durch Ihren Leistungsaustausch und Ihr Vertrauen sind und  bleiben wir  als Unternehmen stark.“ Wichtig sei deshalb auch die Unterstützung der Vereine, Schulen und Kindergärten sowie des bürgerschaftlichen Engagements vor Ort. 36.000 Euro hat die Volksbank deshalb in diesem Jahr für Jugend, Kultur und Soziales bereitgestellt. „Wir schließen damit in vielen Fällen die Finanzie-rungslücken, die durch den Rückzug der Stadt Dorsten entstanden sind“, sagte Fitting.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand ein  Wachs-tum im Kreditbereich und im Einlagengeschäft von jeweils drei Prozent. Er rechnet mit einem Betriebsergebnis, das sich „etwas unter dem Niveau des Jahres 2009 bewegen wird“. Ein Grund dafür sind Investitionen: „In diesem Jahr haben wir in Lembeck den Kundenbereich umgebaut und zusätzliche Beratungsmöglich-keiten geschaffen.“ Geldeinzahlungsautomaten und  Rollengeber sind dort neu hinzugekommen.
Nach der Annahme des Jahresberichts, dem Ja zur Gewinnver-wendung sowie der Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand wurden Johannes Neisemeier und Johannes Böckenhoff wieder in das Kontrollgremium der Volksbank gewählt. Den Abschluss der Generalversammlung bildeten neun Wa(h)ren-Dorf-Frauen aus Warendorf. Auf der kleinen Bühne wurden die Bauersfrauen zu Powerfrauen. Mit ihrem Agrar-Kabarett-Programm „Eingemachtes süß-sauer“ nahmen sie die Gentechnik genauso aufs Korn wie das Streben nach Patenten auf Lebewesen. Dem Publikum gefiel der deftige Humor aus dem Münsterland, der mit kreativen Musikein-lagen gewürzt war.
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