125 Jahre Partnerschaft mit den Menschen vor Ort

15.07.2010

Raiffeisenbank Erkelenz feiert Geburtstag.

Erkelenz. 125 Jahre Partnerschaft mit den Menschen vor Ort feiert derzeit die Raiffeisenbank Erkelenz. Den Auftakt der Geburtstagsfeiern machte die Vertreterversammlung am Dienstag in der Stadthalle. WGZ-BANK-Vorstand Karl-Heinz Moll lobte in seinem Festvortrag das Genossenschaftsinstitut als „wertgebundene und verlässliche Hausbank“. Sie gehe berechtigterweise mit Optimismus in die Zukunft, denn sie sei „eine menschliche Bank, eine außergewöhnliche Bank – verlässlich, stark und mit markantem Profil“.
Vorstandsmitglied Walter Steinbusch belegte Molls positives Urteil mit guten Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2009. Demnach stieg die Bilanzsumme der Raiffeisenbank um sechs auf 256,2 Millionen Euro. Das Kundengesamtvolumen wuchs auf 508 Millionen Euro. Das Kundenanlagevolumen stieg um fast vier Prozent auf 301,9 Millionen Euro. Davon sind 182,7 Millionen Euro Einlagen bilanzwirksam. Das Kundenkreditgeschäft sank leicht auf 144,2 Millionen Euro. Vor allem weniger Nachfrage nach Immobiliendarlehen sorgte für diese Entwicklung. Insgesamt hat die Genossenschaft 19.806 Kunden – davon sind mittlerweile über 8.000 auch Mitglied und damit Miteigentümer des Gemeinschaftsunternehmens.
Das bessere Zinsergebnis der Raiffeisenbank sorgte bei gleich bleibendem Aufwand für ein Plus beim Jahresergebnis, das fast 400.000 Euro erreichte. Daraus stärkt der genossenschaftliche Finanzdienstleister seine Rücklagen; zudem werden die Mitglieder mit einer Dividende von 5,25 Prozent für ihre Treue belohnt. Steinbusch merkte an, dass der Sachaufwand der Bank gesunken sei, die Personalkosten jedoch gestiegen. Da die Bank aber ihre dezentrale Aufstellung beibehalten wolle, könne bei den 93 Mitarbeitern sowie fünf Auszubildenden in den 15 Geschäftsstellen nicht gekürzt werden. Entsprechend koste persönliche Nähe als besondere Qualität auch Geld: „Das ist unser bewährtes Geschäftsmodell.“
Ähnlich hatten schon die 52 Bürger argumentiert, die am 15. November 1885 den Lövenicher Spar- und Darlehenskassenverein gründeten. Statt den Wucherern horrende Zinsen zu zahlen, wollten sie in ihrer Nähe eine ordentliche Institution haben, die das Geld der Sparer solide vermehrt, weil sie den Investitionswilligen verlässlich Kredite gibt. „Hilfe zur Selbsthilfe war das“, hatte WGZ-BANK-Vorstand Moll das genannt und den weiteren Weg der Raiffeisenbank nachgezeichnet.
So seien Selbstverantwortung und Selbstverwaltung weitere Kennzeichen des Genossenschaftsinstituts, das über Fusionen in 1978 und 1998 seine heutige Größe und sein heutiges Geschäftsgebiet erreicht habe: „Eine Gemeinschaft, in der sich jeder Einzelne dem anderen verpflichtet fühlt“, stellte Moll fest. Bei der Raiffeisenbank herrsche wie bei allen Genossenschaftsinstituten trotz allgemeiner Krise und pauschaler Kritik an „den Banken“ die klare Erkenntnis, dass „wir unsere Werte nicht berichtigen müssen“. Und damit meine er nicht Wertpapiere, sondern das, was man auch als Norm und Moral bezeichne: Stabilität, Solidität, Zuverlässigkeit. Damit stelle der genossenschaftliche Verbund der Gier, der Renditejagd und dem Shareholder Value ein funktionierendes Gegenmodell gegenüber.
Das sah auch Raiffeisenbank-Vorstand Steinbusch so und kritisierte die Politiker, die am Drei-Säulen-System rütteln und eine Sicherungseinrichtung auf Einheitsbasis schaffen wollen. Die Kreditgenossenschaft mit ihrer klar ländlichen Orientierung „ist anders als andere Banken“, sagte Steinbusch. Er verlangte, dass die Mitglieder und Kunden des Genossenschaftsinstituts keine Verschlechterungen erleiden dürften.
Nach Annahme des Jahresberichts und Bestätigung der Gewinnverwendung wurden Vorstand und Aufsichtsrat entlastet. Turnusgemäß schieden aus dem Kontrollgremium die Aufsichtsratsvorsitzende Angela Peschen und Heinrich Schurf aus. Beide wurden wieder gewählt. Bevor abschließend Norbert Brendt mit seinen Söhnen Simon und Philipp erfrischende Jazzmusik spielte, wies Vorstandsmitglied Bruno Kasper auf die weiteren Geburtstagstermine hin. Dazu gehört das Konzert der Bläck Fööss am 29. Oktober im Festzelt in Erkelenz-Kuckum. Der Kartenvorverkauf ist jetzt gestartet. Am 15. November sind alle Mitglieder und Kunden in die 15 Geschäftsstellen zu Geburtstagskaffee und Kuchen eingeladen.
zur Übersicht