„Größe allein ist nicht entscheidend“
05.05.2010Trend zu Fusionen unter den landwirtschaftlichen Genossenschaften in Rheinland und Westfalen geht weiter/Moritz Krawinkel: „Genossenschaftliche Prüfung ist der Garant für Stabilität.“
Münster. Ebenso wie der Strukturwandel in der Landwirtschaft geht auch der Konzentrationsprozess unter den landwirtschaftlichen Genossenschaften voran. „Hatten wir im Jahr 2008 192 Mitgliedsun-ternehmen in diesem Bereich, so waren es Ende 2009 noch 181“, berichtete Moritz Krawinkel, Vorstandsmitglied des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV), anlässlich des Jahrespressegesprächs des Verbandes in Münster. Bei den Bezugs- und Absatzgenossenschaften sank die Zahl von 80 auf 76. „Dieser Trend wird sich fortsetzen. Unsere Genossenschaften tun gut daran, ihre Strukturen einer modernen und unternehmerisch geprägten Landwirtschaft anzupassen“, so Krawinkel. So hartnäckig sich das Bild einer romantisch verklärten bäuerlichen Struktur in Teilen der Öffentlichkeit auch halte, die Wirklichkeit auf den Betrieben in Rhein-land und Westfalen sehe längst anders aus. „Die Anforderungen, die die spezialisierten landwirtschaftlichen Betriebe an ihre genossenschaftlichen Unternehmen stellen, wachsen jeden Tag“, sagte Kra-winkel.Größe allein sei jedoch nicht alles. „Wichtiger ist, dass die einzelne Genossenschaft sich in ihrem Umfeld optimal aufstellt“, betonte Krawinkel. Dass die Genossenschaften sich über Jahrzehnte hinweg als Stabilitätsfaktor in den ländlichen Regionen bewiesen hätten, sei nicht zuletzt der verpflichtenden Prüfung zu verdanken. „Auch die Wachstumsschritte werden mit unseren Experten intensiv beraten. Unsere Genossenschaften wachsen nicht ohne Verstand, denn auch nach oben gibt es Grenzen, nämlich genau dann, wenn im Verbund ohne Leistungsverbesserung in Wettbewerbsstrukturen investiert wird“, so Krawinkel. Die Größe der Warengenossenschaften werde daher auch in Zukunft unterschiedlich sein. Im Interesse der Bauern sei es entscheidend, dass die genossenschaftliche Organisation nach wie vor den Großteil der Wertschöpfungskette abdeckt.
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