2012 für Vereinte Nationen das „Internationale Jahr der Genossenschaften“
03.01.2012Volksbank Bad Oeynhausen-Herford geht gestärkt in das UNO-Aktionsjahr
BildzeileBlicken mit Zuversicht in das von der UNO proklamierte „Internationale Jahr der Genossenschaften“: Die Vorstände der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford (v.l.) Andreas Kämmerling, Oliver Ohm, Werner Ladage (Vorsitzender), Hans Laus und Michael Knoll.
Foto: Stephan
Kreis Herford/Bad Oeynhausen (eph). Sorge um den Euro, Rettungsgipfel für Griechenland, steigende Staatsverschuldungen, Inflationsgefahr, kriselnde Großbanken – Hiobsbotschaften aus der Welt der Wirtschaft bestimmten die Schlagzeilen des Jahres 2011. Eher Unspektakuläres kommt dagegen aus der genossenschaftlichen Kreditwirtschaft im Kreis Herford. „Wir haben auch in den vergangenen zwölf Monaten unseren Auftrag erfüllt und sind zufrieden mit Verlauf und Ergebnis des Geschäftsjahres“, meinte jetzt Vorstandsvorsitzender Werner Ladage (Volksbank Bad Oeynhausen-Herford) beim traditionellen Bilanzpressegespräch „zwischen den Jahren“.
Den Auftrag erfüllt – das bedeutet für Werner Ladage: „Global denken und regional handeln.“ Der Bankleiter weiter: „Wir sind Teil des regionalen Wirtschaftskreislaufs. Wir bieten Mitgliedern und Kunden sichere Anlagealternativen für ihre Ersparnisse. Und wir stellen eben diese Gelder anderen Mitgliedern und Kunden zur Finanzierung ihrer Investitionsvorhaben zur Verfügung.“
• Volksbank ein „sicherer Hafen“ für Geldanlagen
Mit diesem klassischen Geschäftsmodell ist die Bank nach eigenen Angaben gut gefahren. Die positive Entwicklung des Instituts lässt sich auch an wichtigen Bilanzpositionen ablesen. Beispiel Kundeneinlagen: Um rund 57 Millionen Euro oder 4,3 Prozent liegen die Guthaben auf Giro-, Festgeld- und Sparkonten in diesen Tagen über dem Vorjahresniveau. Werner Ladage: „Die Volksbank als ‚sicherer Hafen’ für Geldanlagen – das sehen private Sparer nach wie vor genauso wie die gewerbliche Wirtschaft.“
Eine Folge des Anstiegs der Kundeneinlagen: Auch die Bilanzsumme der Volksbank legte den Vorwärtsgang ein. Sie liegt jetzt bei 1,81 Milliarden Euro und damit um 3,7 Prozent über dem Stand von Ende 2010. Gefragt waren in 2011 auch Finanzierungen durch die Volksbank. Alles in allen stellte das Institut privaten Investoren und der mittelständischen Wirtschaft in der Region rund 180 Millionen Euro an frischem Kapital zur Verfügung. Die Summe der Ausleihungen erhöhte sich dadurch um 2,1 Prozent auf 914 Millionen Euro.
• Position bei Programmkrediten weiter ausgebaut
Ihre starke Position bei der Vermittlung öffentlich geförderter (zinsverbilligter) Darlehen haben die Volksbanker im Jahr 2011 einmal mehr erfolgreich behauptet und weiter ausgebaut. 323 so genannte Programmkredite für die mittelständische Wirtschaft, die Landwirtschaft und den privaten Wohnungsbau mit einem Volumen von zusammen 31,5 Millionen Euro bedeuten ein Plus von 20 Prozent (nach Wert) bzw. 25 Prozent (nach Stückzahl).
Auch in den kommenden Jahren will die Volksbank den Kredithahn auf „offen“ stellen. Werner Ladage: „Zwar will der Gesetzgeber die Bedingungen für die Kreditvergabe – Stichwort ‚Basel III’ – bis zum Jahr 2019 weiter verschärfen. Strengere Anforderungen wie eine Kernkapitalquote von 9,0 Prozent erfüllt die Volksbank indessen schon heute.“ Einschränkungen bei der Kreditvorgabe oder spürbar steigende Finanzierungskosten, so der Vorstand, seien deswegen kein Thema für die Bank.
• Erfolgreiches Jahr für die Immobilien-Tochter
Für ihre Mitglieder und Kunden war die Volksbank im Jahr 2011 noch mehr als zuvor ein gefragter Allfinanzpartner. Dies zeigt sich beim Blick auf das lebhafte Dienstleistungsgeschäft (Bausparen, Versicherungen, Außenhandel etc.) der vergangenen zwölf Monate. Ein besonders erfolgreiches Jahr liegt hinter der 100-Prozent-Tochter „Volksbank Immobilien GmbH“. Das in Bad Oeynhausen, Bünde und Herford mit eigenen Büros vertretene Unternehmen hat insgesamt 177 Häuser, Wohnungen und Grundstücke im Gesamtwert von 18,3 Millionen Euro vermittelt. Werner Ladage: „Die anhaltende Diskussion über die Stabilität des Euro hat das Immobiliengeschäft deutlich belebt.“
Reduziert haben sich dagegen die Vermögenswerte, die die Volksbank für ihre Kunden auf dem Wertpapiermarkt verwaltet. Umschichtungen in sichere Bankeinlagen und der Einbruch an den Börsen führten zu einem Rückgang auf 405 Millionen Euro (Vorjahr: 437 Millionen Euro).
Mit den Erträgen aus dem Dienstleistungsgeschäft und auch mit ihrem Zinsergebnis ist die Volksbank jedoch insgesamt zufrieden. Die 51.483 Anteilseigner, unter ihnen 1.572 neue Mitglieder, dürfen deswegen wieder mit einer attraktiven Dividende rechnen. Werner Ladage: „Das letzte Wort in dieser Angelegenheit haben wie immer unsere Vertreter/innen auf ihrer Versammlung im Mai 2012.“
• Mit vorsichtigem Optimismus in das Jahr 2012
Was die Entwicklung der regionalen Wirtschaft im kommenden Jahr anbelangt, ist die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford vorsichtig optimistisch gestimmt. Werner Ladage: „Keine Frage: Die Konjunktur wird sich abschwächen. Doch unsere Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht und sind gut darauf vorbereitet.“
Auch die Volksbank selbst geht mit Zuversicht in das Jahr 2012. Werner Ladage: „Über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 35 Standorten stehen bereit, die mehr als 100.000 Mitglieder und Kunden in allen Finanzangelegenheiten umfassend und kompetent zu beraten und zu betreuen.“ Ein hoffnungsvolles Zeichen, so Ladage, seien die aktuellen Kreditbewilligungen. So lägen für 2012 schon jetzt Zusagen in einer Größenordnung von 30 Millionen Euro vor.
Unerwartete Unterstützung auf ideeller Basis erhält die Volksbank übrigens von den Vereinten Nationen. Sie haben das Jahr 2012 zum „Internationalen Jahr der Genossenschaften“ erklärt. Werner Ladage: „Das gibt auch mächtig Rückenwind für die Idee der Kreditgenossenschaften, die auf den Werten ‚Selbsthilfe’, ‚Selbstverantwortung’ und ‚Selbstverwaltung’ basiert.“