Gewerbe: Stadtentwicklung auf genossenschaftliche Art

Wer mit Peter Feyen durch das Zentrum seiner Geburts- und Heimatstadt Mettmann schlendert, stößt auf zahlreiche Zeugnisse seines Engagements für eine lebens- und liebenswerte Innenstadt: Zwei renovierte Fachwerkhäuser hier, eine von ihm eigenhändig restaurierte Holz-Eingangstür dort und überall an den Häusern kleine Schilder mit interessanten und informativen Aufschriften. Die Altstadt der niederbergischen Kreisstadt Zug um Zug attraktiver machen, hat sich der promovierte Chemiker im Ruhestand zum Ziel gesetzt. Weil dieses Ziel in einer Gemeinschaft leichter zu realisieren ist, rief der 68-Jährige mit Gleichgesinnten die Genossenschaft „VierViertel für Mettmann“ ins Leben.

Mit Peter Feyen als Vorstandsvorsitzendem an der Spitze hat die Genossenschaft in den drei Jahren ihres Bestehens mit Ideen, Anregungen und Taten zur Stadtentwicklung vielfach positiv auf sich aufmerksam gemacht. So gelang es, marode Hausfassaden zu erneuern, zwei vom Verfall bedrohte Fachwerkhäuser zu retten oder einen öffentlichen Angstraum durch eine optische Aufwertung und die Installation neuer LED-Lampen zu beseitigen. Das Engagement von „VierViertel für Mettmann“ für mehr Aufenthaltsqualität in der historischen Innenstadt ist jüngst auch auf überörtlicher Ebene gewürdigt worden: Bei einem Ideenwettbewerb der NRW-Bank errang die bergische Genossenschaft den mit 5.000 Euro dotierten dritten Preis.

In diesem Wettbewerb ging es um kreative und innovative Ideen, mit denen die Lebensqualität in Kommunen verbessert werden kann. In den Wettbewerbskategorien „Integration“, „Quartiersentwicklung“, „Entwicklung des ländlichen Raums“ und „Wirtschaftsförderung“ konnten Beiträge eingereicht werden. Aus 61 Beiträgen hatte die Jury zunächst die 17 besten ausgewählt. Zwölf der Finalisten – darunter auch „VierViertel für Mettmann“ - nahmen die Chance wahr, ihre Ideen in Workshops der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster weiter zu konkretisieren und auf der Abschlussveranstaltung zu präsentieren.

Beteiligt hatte sich die Mettmanner Genossenschaft mit ihrem jüngsten und vielleicht ehrgeizigsten Projekt: Der „Jugendscheune“. Die Idee dahinter: Umwandlung eines zentrumsnahen Bauernhofes in ein selbstverwaltetes Jugendzentrum mit zahlreichen Angeboten zu praktischer Betätigung und persönlicher Fortentwicklung.